Making-of
Ein Lexikon

Making-of. Ein Lexikon versammelt Texte zum Begriff Making-of. Die Online-Plattform wurde von Studierenden der Geistes- und Kulturwissenschaften initiiert. Sie widmet sich der Erforschung verschiedenster Making-of-Formate in der Gegenwartskultur und kann um neue Begriffe und Texte erweitert werden.

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Tagung „Making of. Beobachtung und Inszenierung ästhetischer Produktionsprozesse“

Die interdisziplinäre Tagung Making of. Beobachtung und Inszenierung ästhetischer Produktionsprozesse, veranstaltet vom 27. bis 29. Juni 2013 an der Universität Hildesheim, widmete sich den Entstehungsprozessen künstlerischer Produkte.
Neben einer Auseinandersetzung mit filmischen Making-of-Darstellungen in den Bereichen Film und bildende Kunst wurde in Werkstattgesprächen ein starker Fokus auf die (Eigen-)Beobachtung von Autor_innen bei Schreibprozessen in der Gegenwartsliteratur gelegt. Nicht nur das klassische filmische Making-of-Format zeigt künstlerische Produktionsprozesse, sondern auch Produktionsskizzen und Probetagebüber, Atelierbesuche und Schreibbeobachtungen vermitteln Einblicke in die Abläufe und Organisation kreativer Schaffensprozesse. Zeitgleich zur Tagung wurde die Online-Plattform von Making-of – Ein Lexikon freigeschaltet. Das Lexikon entstand in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe im Rahmen des IV. Geisteswissenschaftlichen Kollegs der Studienstiftung des deutschen Volkes und widmet sich der disziplinübergreifenden Erforschung verschiedener Making-of-Formate in der Gegenwartskultur.
Bei der Tagung Making of. Beobachtung und Inszenierung ästhetischer Produktionsprozesse erstmals vorgestellt, versammelt das Lexikon neue Artikel, die aus Tagungsbeiträgen hervorgegangen sind und von den jeweiligen Referent_innen für Making-of –Ein Lexikon weiter entwickelt wurden:
Über Schreibprozesse und ihre Erforschung sowie Darstellbarkeit im Bereich der Literatur denkt Claudia Dürr in ihrer Untersuchung der Forschung zum literarischen Making-of nach. Unter dem Titel Geschichte wird gemacht widmet sich Stefan Krankenhagen den ästhetischen und sozialen Konstruktionsprozessen von Geschichte. Die Darstellung und Beschreibung der Konstruktion von Schönheit untersucht Matthias Weiß anhand der Toilettenszene.
Im Bereich filmischer Making-of-Darstellungen beschäftigt sich Volker Pietsch mit dem Phänomen des Director’s Cut und Anika Fenske widmet sich dem Making-of self‘ im (auto-)biografischen Dokumentarfilm, während Matthias Weiß die Interdependenzen von künstlerischem Werk und seinem Making-of anhand Maurizio Kagels Ludwig van. Ein Bericht (1970) und Wilhelm Flues‘ Kagels Beethoven. Bericht über Ludwig van (1970) unter dem Gesichtspunkt der Komplementarität untersucht. Eingehender beleuchtet er dieses Verhältnis dieser beiden filmischen Dokumente im Kontext von Joseph Beuys‘ Oeuvre als Making-of-Beispiele unter dem Titel Beethovens Küche.
Weiteren filmischen Beispielen von Making-of-Darstellungen wenden sich die folgenden Beiträge zu. Stefanie Diekmann beleuchtet in  The Joy of Painting die Inszenierung und Kommerzialisierung des Malaktes Bob Ross‘ im Modus des DIY, während Merle Grimme, Helena Eckert und Fanny Langner das Verhältnis von Kunstobjekt, Herstellungsprozess und dessen filmischer Dokumentation in ihrem gemeinsam produzierten Making-of Warten auf X reflektieren. Der Herstellung und Reflexion des Star-Images wendet sich Matthias Weiß mittels der Analyse von Madonnas Musikvideo Rain zu und Jannis Funk setzt sich zusammen mit Dirk von Gehlen anhand dessen Buch Eine neue Version ist verfügbar mit der ,Verflüssigung‘ kultureller Produktionsprozesse im Zeichen der Digitalisierung auseinander.
Diese Beiträge zu Making-of – Ein Lexikon spiegeln in ihrer thematischen, methodischen und disziplinären Verschiedenheit anschaulich die Vielfalt der auf der Tagung Making of. Beobachtung und Inszenierung ästhetischer Produktionsprozesse präsentierten Ansätze zur Untersuchung des Phänomens ‚Making-of‘ wider und belegen, dass sich hier ein Feld für weitere interdisziplinäre Forschungsbemühungen auf dem Gebiet der Gegenwartskultur eröffnet.

Quellen